Familienpolitik

Familienpolitik, Politik, Familienrecht

Wenn sich zwei Menschen dafür entscheiden, ein Kind zu bekommen, geht dies immer mit einer finanziellen Belastung einher. In Deutschland dürfen sie aber auf tatkräftige Unterstützung durch den Staat hoffen. Das Thema Familienpolitik befasst sich damit, wie der Staat Familien dabei helfen kann, die große finanzielle Herausforderung, die Kinder mit sich bringen, zu meistern. Wir stellen die Vielzahl an finanziellen Unterstützungen aus der Familienpolitik vor.

 

Höhere finanzielle Belastungen

Vor allem junge Familiengründer haben meistens mit einer deutlichen Veränderung der wirtschaftlichen Verhältnisse zu kämpfen. Dabei kann der Bedarf an finanzieller Unterstützung sehr unterschiedlich aussehen. Zum Beispiel wird eine größere Wohnung gebraucht oder Verdienstausfälle müssen kompensiert werden, da mindestens ein Elternteil für den Anfang in Elternzeit gehen wird. Darüber hinaus wird vielleicht eine Kinderbetreuung sowie ein größeres Auto gebraucht.

 

Welche finanzielle Unterstützung darf erwartet werden?

In der Familienpolitik werden die finanziellen Rahmenbedingungen zur Familiengründung festgelegt. Dabei gibt es die unterschiedlichsten Möglichkeiten, Familien finanziell zu unterstützen. Mit Mutterschaftsgeld, Elterngeld, Kindergeld und Betreuungsgeld soll die Herausforderung einer eigenen Familie gemeistert werden können.

 

Mutterschaftsgeld: Weil werdende Mütter nicht bis zum Ende ihrer Schwangerschaft arbeiten gehen können, steht ihnen Mutterschaftsgeld zu. Wer in einem Arbeitsverhältnis steht, bekommt 6-8 Wochen vor der Geburt – in Ausnahmefällen bis zu zwölf Wochen vorher – von seiner gesetzlichen Krankenversicherung bis zu 13 € täglich. Der Betrag, der bis zum Erreichen des Nettoeinkommens fehlt, wird durch den Arbeitgeber getragen.

 

Elterngeld: Einige Eltern möchten ihr Baby im ersten Lebensjahr hauptsächlich selbst betreuen. Für sie gibt es das so genannte Elterngeld. Um diese finanzielle Unterstützung zu bekommen, darf der betreuende Elternteil nicht oder maximal 30 Wochenstunden arbeiten. Bis zur Vollendung des erstens Lebensjahres bekommen die Betroffenen dann Elterngeld. Sofern der andere Elternteil seine Erwerbstätigkeit ebenfalls auf höchstens 30 Wochenstunden reduziert, kann das Elterngeld auf bis zu 14 Monate ausgedehnt werden. Eltern dürfen mit 65-67 % des ehemaligen Nettoeinkommens, höchstens jedoch mit 1800 €, monatlich rechnen. Der Mindestsatz für Eltern, die vor der Geburt ihres Kindes nicht gearbeitet haben, liegt bei 300 €. Wer die so genannte Reichensteuer bezahlt, hat keinen Anspruch darauf, Elterngeld zu bekommen.

 

Kindergeld: Für Kinder bis zu einem Alter von 18 Jahren gibt es grundsätzlich Kindergeld. In einigen Ausnahmefällen wird das Kindergeld sogar bis zum 21. oder 25. Lebensjahr bezahlt. Es ist unabhängig vom Einkommen der Eltern und liegt für die ersten beiden Kinder bei jeweils 184 € monatlich. Für das dritte Kind gibt es 190 € und für jedes weitere Kind werden 215 € im Monat bezahlt.

 

Betreuungsgeld: Ab dem 1. August 2013 gibt es für Eltern ein Betreuungsgeld in Höhe von 100 € im Monat. Ab 2014 liegt diese finanzielle Unterstützung schon bei 150 € im Monat. Gewährt wird das Betreuungsgeld ab dem 15. Lebensmonats des Kindes für maximal 22 Monate. Erst nachdem das Elterngeld beendet wurde, kann das Betreuungsgeld in Anspruch genommen werden.

 

Eine Besonderheit der Familienpolitik ist der Kinderzuschlag. Dieser wird Eltern für ihr Kind gewährt, wenn sie zwar ihren eigenen Lebensunterhalt sicherstellen können, nicht jedoch den ihres Kindes. Gezahlt werden im Monat 140 € für minderjährige Kinder, die im Haushalt ihrer Eltern leben.

 

Welche Steuervorteile gibt es?

Eine weitere wichtige Säule in der Familienpolitik sind Steuervorteile, die es zusätzlich zur finanziellen Unterstützung gibt. Das ist zum einen der Kinderfreibetrag, welcher die Grundsicherung des Kindes gewährleisten soll und jährlich bei 3.864 € für Verheiratete und bei 2.184 € für Alleinerziehende liegt. Gewährt wird der Kinderfreibetrag bis zum 18. Lebensjahr des Kindes. Auf der anderen Seite gibt es den so genannten Erziehungsfreibetrag, der bis zum 25. Lebensjahr des Kindes gewährt wird und jährlich bei 2.640 Euro für Verheiratete und bei 1320 € für Alleinerziehende liegt. Bei der Steuererklärung wird der Erziehungsfreibetrag aber mit dem Kindergeld abgewogen. Die dritte Steuerbegünstigung ist die Möglichkeit, haushaltsnahe Dienstleistungen abzusetzen – hier sind 20 % bis zu einem Betrag von 4.000 € möglich.

Bildmaterial: © Marco2811 - Fotolia.com



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